Reha in Zeiten von Corona - wie wir dabei die Seele entlasten

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Durch die Covid-19-Pandemie hat sich auch in der Klinik Pirawarth einiges verändert. Der Aufenthalt unserer Gäste ist begleitet von Vorgaben und Maßnahmen, die im Haus für die größtmögliche Sicherheit sorgen. Der Schutz der Gäste und der MitarbeiterInnen vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus steht an oberster Stelle. Viele Behandlungen finden als Einzeltherapien am Zimmer statt. Das gesamte Behandlungsteam ist mit einer Schutzausrüstung ausgestattet. Für die Gäste besteht eine Maskenpflicht. Besuche sind ab 15. Juni wieder möglich.

Die Gäste haben eher seltener die Sorge oder Angst, sich im Zuge der Behandlung am Corona-Virus anzustecken und zu erkranken. Viele äußern, sie seien zwar vorsichtiger, würden sich aber ausreichend geschützt fühlen.

Viel herausfordernder ist für die Gäste oft: Sie müssen mit den aktuellen Einschränkungen zurechtkommen und gleichzeitig ihre Krankheit bewältigen und verarbeiten. Im Zusammenhang mit der aktuellen Covid-19-Pandemie erleben Gäste und ihre Angehörigen diese Situation als sehr belastend, zum Teil sogar traumatisierend. Es kann daher während des Reha-Aufenthalts zu seelischen Krisen kommen, zu Sorgen, Ängsten, panikanmutenden oder depressiven Zuständen, Resignation, Erschöpfung oder auch Schlafstörungen. Manche Gäste fühlen sich einsam und isoliert, vermissen die Familie, erleben durch die Maßnahmen eine gewisse Bevormundung, haben viel Zeit zum Nachdenken und kommen dadurch ins Grübeln oder sind ungeduldiger als sonst.

Um psychische Belastungen im Zuge des Aufenthalts frühestmöglich zu erkennen und darauf einzugehen, werden die Gäste in der Klinik Pirawarth regelmäßig von einer Klinischen Psychologin besucht. Bei Bedarf und auf Wunsch bieten wir mehrmals wöchentlich psychologische Beratungen im Haus an und telefonieren mit belasteten Angehörigen, um auch ihnen Unterstützung anzubieten.

Vorrangig ist das Ziel, den Gästen ein Beziehungsangebot zu machen und in Gesprächen die Möglichkeit zu bieten, das eigene Verhalten und Erleben in dieser herausfordernden Zeit zu reflektieren. Wichtig ist es, auf die Gäste einzugehen und Unsicherheiten, Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Es geht darum, zu stärken und gemeinsam Alternativen und Perspektiven zu erarbeiten oder Möglichkeiten aufzuzeigen, kleinere Fortschritte besser anzuerkennen und sich auf positive Erlebnisse zu konzentrieren. Denn wir wissen, dass eine positive Grundstimmung bedeutend dafür ist, wie wir Situationen bewältigen. Weitere Inhalte einer solchen psychologischen Beratung können z.B. auch eine akute Krisenintervention sein, psychische Stabilisierung bei Isolation, Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, eine Ressourcenaktivierung und -stärkung oder eine Empfehlung zur medikamentösen Behandlung psychischer Symptome in Zusammenarbeit mit dem Arzt oder der Ärztin.

Auf Wunsch versorgen wir die Gäste auch mit Übungen und Spielen, die zum einen die geistige Leistungsfähigkeit aktivieren und fördern und zum anderen eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit in der therapiefreien Zeit bieten können. Für die Zeit nach der Reha geben wir Empfehlungen und Kontaktadressen zur weiterführenden psychologischen Behandlung mit.

Ein Großteil der Gäste nimmt psychologische Hilfestellungen gerne in Anspruch. Im regelmäßigen Austausch im interdisziplinären Team der Klinik Pirawarth überlegen wir zudem gemeinsam, wie wir unsere Gäste im Zuge ihres Aufenthaltes bei uns bestmöglich unterstützen und entlasten können.

Lassen Sie uns gemeinsam einen Weg durch diese herausfordernde Zeit finden! Dann steht einem effektiven Reha-Aufenthalt und Ihrem Therapieerfolg nichts im Wege.

Häufige Fragen