Logopädie bei Morbus Parkinson

None

In diesem Artikel möchten wir Ihnen als Logopäden-Team einen Einblick in die Betreuung unserer Gäste mit Morbus Parkinson geben. Dazu gehört auch eine Erläuterung der logopädisch relevanten Symptome und der Behandlungsmöglichkeiten.

Die Logopädie, als therapeutische Fachdisziplin für Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- und Schluckbeeinträchtigungen, macht neben der Physio- und Ergotherapie einen wesentlichen Bestandteil der täglichen Behandlungen aus.

Die bekannten Kardinalsymptome Bradykinese (Bewegungsverlangsamung), Rigor (Muskelsteifheit, -starre) und Tremor (Zittern) haben nicht nur Auswirkung auf die Motorik des Bewegungsapparates, sondern spiegeln sich auch im Sprech- und Schluckablauf wider.

In der Erstuntersuchung geben unsere Gäste meist eine leiser und heiser werdende Stimme an. Von Angehörigen bekommen sie die Rückmeldung, verwaschener und damit undeutlicher zu sprechen. In Gesprächen verlieren sie teilweise den roten Faden. Einzelne Worte liegen zwar auf der Zunge, fallen aber nicht mehr konkret ein. Manchmal fehlt sogar die  Lust am Reden. Manche verschlucken sich häufiger bei Suppen oder bröseligen Speisen.

Diese Symptome werden mit den logopädischen Fachbegriffen (1) Dysarthrophonie, (2) kognitive Dysphasie und (3) Dysphagie zusammengefasst.

Obwohl die genannten Symptome anscheinend vordergründig nur mit dem Kopfbereich zu tun haben, besteht doch meist ein ganzkörperlicher Zusammenhang.

Die eingeschränkte körperliche Beweglichkeit hat unweigerlich Veränderungen der Haltung zur Folge. Die Betroffenen gehen gebeugter, haben Schmerzen und bewegen sich daher noch weniger. Der Körper wird steifer und unbeweglicher. Doch je fester und unflexibler der Körper wird, desto schlechter werden die Stimme, das Sprechen und Schlucken.

Daher ist auch in der Logopädie unsere Devise: Ganzheitlichkeit und Bewegung!!!

Dazu gehören das Aufstehen aus dem Rollstuhl, sich aufrecht hinsetzen, den Brustkorb strecken, aus der gebeugten Haltung herauskommen. Dies sind die notwendigen Voraussetzungen für eine tiefere Atmung, für eine lautere, kräftigere Stimme, deutlicheres Sprechen und sicheres Schlucken.

Abgestimmt darauf bekommen die Gäste von jedem Logopäden individuelle Hausübungen für die Atmung, Stimmkräftigung, Artikulation und Wortfindung.

Wir bieten unterschiedliche Ansätze zur Behandlung an z. B. das aus Amerika stammende LSVT-LOUD® als Lautstärketraining, manuelle Behandlungen der Sprech- und Schluckmuskulatur, therapeutische Essensbegleitung, Trainings- und Kommunikationsgruppen.

Unser Team freut sich darauf, Sie kennenzulernen und dabei zu unterstützen, wieder ein Stück mehr Lebensqualität zu erhalten.

Häufige Fragen